Plastische Rekonstruktivistische Chirurgie in Entwicklungsländern

Interplast Germany e.V. ist ein gemeinnütziger Verein für Plastische Chirurgie in Entwicklungsländern. Er hat sich zur Aufgabe gemacht, in medizinisch unterentwickelten Ländern sowie Kriegsgebieten Menschen durch plastisch-rekonstruktive Eingriffe zu einem lebenswerten Dasein zu verhelfen.

In erster Linie geht es um die Versorgung von Kindern mit Gesichts- und Handfehlbildungen, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, schweren Verbrennungsnarben mit funktioneller Beeinträchtigung, Weichteiltumoren, Poliofolgen und um die Versorgung von Kriegsfolgen nach Minen- und Schussverletzungen.Die Operationen werden von einem erfahrenen Spezialisten der plastischen Chirurgie, der Anästhsie und der Schwestern unentgeltlich im Urlaub vorgenommen, wobei Interplast die Reisekosten finanziert.

Seit 1990 betreut Interplast München regelmäßig Einsätze in Afghanistan, Vietnam, Indien, Nepal, Nigeria und vor allem Myanmar. Durch die Ausbildung einheimischer Kollegen und Sachspenden (vom Nadelhalter bis zum Generator, vom Narkosegerät bis zum plast.chir. Operationsatlas) wird Hilfe zur Selbsthilfe geleistet.

Pro Operationseinsatz werden je nach Schwierigkeitsgrad und Operationsdauer bis zu 180 Patienten operiert. Legt man die entstandenen Reisekosten auf die Anzahl der Patienten um, so fallen pro Patient ca. 200.- Eur an. Dies ist ein sehr günstiges Kosten-Nutzenverhältnis. Werden Patienten zur Versorgung nach Deutschland gebracht, können die Kosten 5000.- Euro bis zu 100.000.- Euro betragen.

Dies ist auch wegen der kulturellen und sozialen Entwurzelung nur dann zu vertreten, wenn die adäquate Therapie nur bei uns möglich ist z.B. bei Kindern mit extremen Defekten im Gesicht nach Noma Infektion. Interplast e.V. Sektion München koordiniert die Einsätze mit dem Auswärtigen Amt, dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und diversen Non Government Organisationen  (NGO) wie Help, AWD-Kinderhilfe, Noma e.V. und den Gesundheitsbehörden im jeweiligen Land.

Seit 1997 ist das Projekt Burma der Schwerpunkt der Münchener Sektion. Durch die Initiative des damaligen deutschen Botschafters, Herrn Freiherr Walter von Marschall und Prof. Khin Maung Lwin und Prof. Peng Soe (beide ehemalige Münchener Stipendiaten) konnten wir unsere lang erhofften Interplastaktivitäten verwirklichen. Bei den Einsätzen, die wir seit 1997 regelmäßig durchführen und die von Prof. Kim Maung Lwin geleitet werden, sind junge burmesische Kollegen in das Team integriert, so dass ein Erfahrungsaustausch statt findet und somit Hilfe zur Selbsthilfe geleistet wird.

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